Studie bestätigt Potenzial der Offshore-Windenergieindustrie für Mecklenburg-Vorpommern

Gute Voraussetzungen für Windenergie- und Offshore-Bereich – Häfen sollen sich weiter profilieren

Schwerin/Rostock, 2. März 2011

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Windenergiebranche in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Dynamik weiterentwickelt. Ein hoher Vernetzungsgrad zwischen Wirtschaft, Wissenschaft sowie Windenergienetzwerk, vorhandene Flächen und gute Produktions- und Testbedingungen in Hafennähe haben MV zu einem international attraktiven Standort für die On- und Offshore-Windindustrie werden lassen. Vor diesem Hintergrund beauftragten die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV, der WindEnergy Network e.V. und die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. den international renommierten Dienstleister GL Garrad Hassan, die zukünftigen Chancen des Standortes für die Offshore-Windenergieindustrie zu evaluieren.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass das Land in diesem Wirtschaftsbereich langfristig Perspektiven hat. Es geht insbesondere darum, Mecklenburg-Vorpommern als Produktionsstandort Windenergie weiter auszubauen und die Schaffung von innovativen Industriearbeitsplätzen zu unterstützen. Gerade für den Offshore-Windenergiebereich sind die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern geeignete Produktions- und Investitionsstandorte und für den internationalen Wettbewerb gut gerüstet.

Mit dieser Studie haben wir ein hervorragendes Instrument an der Hand, um für die Kaikante und die Seehäfen zu werben. Genau dies hat die Invest in MV in China, Indien und den USA in nächster Zeit vor.“ ergänzt Michael Sturm, Geschäftsführer der Invest in MV GmbH.

Die Studie geht davon aus, dass das dynamische Wachstum im Bereich des Offshore-Windmarktes generell anhält. Eine erheblich verstärkte Nachfrage wird in den nächsten Jahren überdies aus Asien erwartet.

Ein Ziel der Studie war, ein detailliertes Profil für die Seehäfen Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin zu erstellen und diese insbesondere hinsichtlich ihrer jeweils spezifischen Eignung für die unterschiedlichen Produktionsstufen von Offshore-Windkraftanlagen zu bewerten. Diese so genannten Stärke-Schwächen-Profile lassen nun erstmals erkennen, wo bei den einzelnen Häfen in MV noch Handlungsbedarf besteht, um die jeweilige Wettbewerbssituation zu verbessern. Die Profile zeigen potentiellen Investoren die schon jetzt vorhandenen guten Voraussetzungen für ein Investment auf.

Allein nach dem Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien (NAP) sollen bis 2020 zehn Giga-Watt Offshore-Windenergieanlagen vor Deutschlands Küsten in Betrieb gehen. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von 30 Mrd. Euro innerhalb der nächsten 10 Jahre. Hierdurch werden eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Personal als auch neue Berufsbilder wie z. B. im Bereich von Service und Wartung von Offshore-Windparks entstehen.

In einem Kostenmodell vergleicht der Gutachter die Bau- und Logistikkosten für einen Offshore-Windpark in der Irischen See (weiteste Entfernung zwischen Produktion und Errichtung) aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Produktionsstandorte in MV (Häfen in Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin) bzw. der deutschen Nordsee und der Ostküste Großbritanniens. Im Ergebnis wurde deutlich, dass die vermeintlich höheren Logistikkosten durch die Lage an der Ostsee im Verhältnis zu den Gesamtprojektkosten relativ gering sind. Vielmehr sorgen die in Mecklenburg-Vorpommern bereits vorhandene Zuliefererstruktur sowie moderate Flächenpreise und Hafengebühren für aussichtsreiche Wettbewerbsvorteile.

Insbesondere den Häfen des Landes wird empfohlen, sich um die Ansiedlung von neuen Produktionsstätten zu bemühen und noch mehr ausreichend große Flächen für derartige Ansiedlungen zur Verfügung zu stellen. Viele Arbeiten für Windparks könnten direkt vom Gelände der Hersteller ausgeführt werden.

Da Offshore-Windenergieanlagen zukünftig verstärkt im Tiefwasserbereich errichtet werden, steigt die Nachfrage  nach anspruchsvolleren Gründungsstrukturen, den so genannten „Jackets“. Unternehmen in diesem Bereich sollten eine Zusammenarbeit anstreben und konkurrierende Produktionsanlagen vermeiden.

Die Zusammenfassung der Studie „Potenziale der Offshore-Windenergieindustrie für Mecklenburg-Vorpommern“ steht nachfolgend in der deutschen und englischen Version zum Download zur Verfügung.