Ostseeraum als Motor der Offshore-Windenergie

Dem Nord- aber auch Ostseeraum wird bei der Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland eine zentrale Rolle zukommen. Nord- und Ostsee sind durch die Gewässertiefe und die Nähe zu großen Ballungszentren für diese Energieform sehr gut geeignet. Das Bundesumweltministerium hat federführend für die Bundesregierung eine Strategie für die Entwicklung der Windenergienutzung im Meer entwickelt, die Naturschutzinteressen und andere Nutzungen berücksichtigt.

Danach gelten 15.000 MW installierte Leistung im Meer bis 2030 als möglich. Die aktuell geplanten deutschen Offshore-Windparkprojekte vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns können Sie der folgenden Karte entnehmen:

Informationen zu allen deutschen Offshore-Windparkprojekten finden Sie hier. 

Informationen zu den weltweit geplanten Offshore-Windparkprojekten finden Sie hier.

 

Offshore-Projekte in der Deutschen Ostsee

EnBW Baltic I - der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands in der Ostsee

Etwa 16 km nördlich der Halbinsel Darß/ Zingst wurden 2010 auf einem Areal von rund 7 km² insgesamt 21 Windenergieanlagen und ein Umspannwerk errichtet. Die Windenergieanlagen  (Nabenhöhe 67 m, Rotordurchmesser 93 m) wurden mit Monopiles im 16-19 m tiefen Meeresgrund verankert. Diese 35 m langen und 500 t schweren Stahlrohre werden 25 m tief im Meeresboden versenkt und durch ein 28 m langes so genanntes Transitionpiece mit dem Stahlturm der Windenergieanlage verbunden. Ein Kolkschutz sichert die Anlage zusätzlich gegen Strömung und Gezeiten. Alle Windenergieanlagen wurden durch das parkinterne Netz ringförmig miteinander verbunden, so dass bei einer möglichen Unterbrechung nicht ganze Parksegmente ausfallen. Der erzeugte Strom wird im Umspannwerk von 33 kV auf die Übertragungsspannung von 150 kV hochtransformiert und von 50Hertz Transmission an das Überlandnetz angeschlossen.

Nach der Installation der Fundamente im Frühjahr 2010 wurde der komplette Windpark 2010 errichtet und ist ans Netz gegangen. Mit einer Gesamtleistung von 48,3 MW können jährlich rund 176 GWh Energie erzeugt werden – und das über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren. Damit können rund 50.000 Haushalte im Jahr versorgt werden.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Standort: Ostsee, 16 km nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
  • Größe: ca. 7 km²
  • Wassertiefe: 16-19 m
  • Verankerung: Monopiles
  • Gesamtleistung: 48,3 MW (21 Turbinen je 2,3 MW, Anlagenlieferant Siemens Wind Power)
  • Jährlicher Ertrag: 176,4 GWh/a
  • mittlere Windgeschwindigkeit: 9 m/s
  • Trassenlänge Netzanschluss (gesamt): ca. 77 km
  • Kabellänge See / Land: ca. 61 km / 16 km
  • Inbetriebnahme: Mai 2011

Weitere Informationen zu EnBW Baltic 1 finden Sie hier.

EnBW Baltic 2

Etwa 32 km nördlich der Insel Rügen wurden der 2. Windpark von EnBW in der Ostsee errichtet. Mit einem Areal von rund 27 km² ist er viermal so groß wie EnBW Baltic 1 und kann sechsmal so viel Strom erzeugen. Die 39 der 80 Windenergieanlagen (Nabenhöhe 78,25 m, Rotordurchmesser 120 m) wurden mit Monopiles im 23-35 m tiefen Meeresgrund verankert. Die restlichen 41 Windenergieanlagen wurden mit Jackets ab einer Tiefe von 35m im Meeresgrund veranktert.

Der erzeugte Strom wird im Umspannwerk von 33 kV auf die Übertragungsspannung von 150 kV hochtransformiert und von 50Hertz Transmission an das Überlandnetz angeschlossen.

Nach der Installation der Fundamente im 2. Halbjahr 2014 konnte der komplette Windpark 2015 errichtet und ans Netz gehen. Mit einer Gesamtleistung von 288 MW können rund 340.000 Haushalte im Jahr mit Strom versorgt werden.

Fakten auf einem Blick:

  • Standort: Ostsee, 32 km nördlich der Insel Rügen
  • Größe: ca. 27 km²
  • Windenergieanlagen: 80 Siemens SWT-3,6-120
  • Fundamente: 39 Monopiles (ca. 23–35 m) und 41 Jackets (ab ca. 35 m)
  • Wassertiefe: 23–44 m
  • Gesamtleistung: 288 MW
  • Jährlicher Ertrag: 1,2 Mrd. kWh
  • Mittlere Windgeschwindigkeit: ca. 9,7 m/s
  • Fertigstellung: September 2015

Weitere Informationen zu EnBW Balitc 2 finden Sie hier.

Wikinger

Im Frühjahr 2016 hat Iberdrola mit dem Bau seines Offshore-Windparks Wikinger begonnen. In der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), 75 Kilometer vor der deutschen Ostseeküste (Festland) und nahe der Insel Rügen soll bis 2017 der 3. Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee entstehen. Auf einem Areal von 34 km² werden insgesamt 70 Windturbinen (jeweils 5 MW, Hersteller: Adwen) und eine Umspannstation erreichtet werden. 

Fakten auf einen Blick:

  • Standort: Ostsee, 75 km vor dem Festland, nahe der Insel Rügen
  • Größe: ca. 34 km²
  • Windenergieanlagen: 70 Adwen AD5 – 135
  • Fundament: 70 Jackets
  • Wassertiefe: 37 – 43 m
  • Gesamtleistung: 350 MW
  • geplante Fertigstellung: 2017

Weitere Informationen zu Wikinger finden Sie hier. 

 

Arkona-Becken-Südost

Mit dem Projekt Arkona 35 Kilometer nordöstlich von der Insel Rügen wird E.ON einen weiteren Offshore-Windpark in deutschen Gewässern errichten und das erste Unternehmen sein, das sowohl in der deutschen Nord- als auch in der Ostsee eigene Offshore-Windparks betreibt. Arkona verfügt über eine Leistung von 385 Megawatt und kann rechnerisch 400.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Das spart jährlich bis zu 1,2 Millionen Tonnen CO2 ein. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 1,2 Milliarden Euro. Installiert werden 60 Turbinen der Sechs-Megawatt-Klasse. Gegründet werden die Anlagen auf Monopfahl-Fundamenten in Wassertiefen von 23 bis 37 Metern. Basis für den Bau und späteren Betrieb von Arkona wird der Hafen Sassnitz auf Rügen sein.