Windenergieregion Nordost.

Das Energieland für ganz Deutschland.

Die Produktion von Energie und deren Transfer hat eine zunehmende Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Ausweisung neuer Windeignungsgebiete und der Netzausbau bilden dabei die Basis für weiteres Wachstum.

Windenergie sorgt für Energieversorgung

Die Windenergie ist als Teil des Energiemixes ein wesentlicher Baustein der Energieversorgung und wird in Zukunft den wohl größten Anteil zur Erzeugung erneuerbarer Energien beitragen. Die Nordost-Region (MV) ist bei dieser Entwicklung mit über 2.884,32 Megawatt installierter Onshore-Windenergieleistung bei 1.788 aufgestellten Windenergieanlagen führend. (Stand: 31.12.2015, Quelle Studie: Deutsche WindGuard GmbH)

Nach dem Bau des ersten kommerziellen Offshore-Windparks in der deutschen Ostsee – EnBW Baltic 1 mit 21 Windenergieanlagen (Gesamtleistung 48,3 MW) entsteht derzeit mit EnBW Baltic 2 der zweite Offshore-Windpark vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Mit 80 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 288 MW wird der Anteil weiter erhöht. Mit einem jährlichen Ertrag von rund 1,2 Milliarden kWh kann EnBW Baltic 2 rund 340.000 Haushalte im Jahr versorgen.

Insgesamt werden in Deutschland bereits über rund 34.000 Megawatt aus Windenergie gewonnen. Um den Strom aus dem Norden zu den Großverbrauchern in die Ballungszentren zu transportieren ist ein weiterer Leitungsausbau notwendig, der weitere Investitionen im Land generiert.

Netzausbau als Basis der weiteren Entwicklung

Die Energiewende nimmt weiter Fahrt auf. Als ein Meilenstein wurde 2012 durch den zuständigen Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz die sogenannte „Windsammelschiene“ (380-kV-Nordleitung) zwischen Schwerin und Hamburg in Betrieb genommen. Auf einer Länge von 88 Kilometern verbindet diese die Umspannwerke Görries in Schwerin und Krümmel bei Hamburg. Damit erhöht die vierte innerdeutsche Ost-West-Verbindung die Versorgungssicherheit für den Großraum Hamburg.

Windenergie-Industrie Produkte und Dienstleistungen für den Weltmarkt

Die Windenergie-Industrie hat sich in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Dynamik entwickelt. Von der Projektentwicklung und Konzeption über die Produktion und Zulieferung bis hin zu Service und Wartung on- und offshore finden sich national und international tätige Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette vor Ort, ob Fundament, Turm, Turbine, Gondel, oder Rotorblatt – alle Produkte werden hier hergestellt: „Made in MV“. Von hier aus bieten sich beste Möglichkeiten, eine international erfolgreiche Industrie aufzubauen, von der Küstenbundesländer aber auch Binnenländer mit starken Zulieferunternehmen profitieren.

Innovationen und neue Technologien für mehr Windenergie

Durch den stetig steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix ist es weiterhin notwendig, das Energiesystem an die dadurch entstehenden neuen Anforderungen anzupassen. So müssen beispielsweise parallel zum Netzausbau Anlagen zur Energiespeicherung entwickelt und errichtet werden. Das Demonstrations- und Innovationsvorhaben RH2®-Werder/Kessin/Altentreptow (RH2-WKA) in MV setzt genau hier an. Durch die Integration eines CO2-freien Energiespeichers in einen Windpark ist es möglich, zeitunabhängig und bedarfsgerecht Windstrom nachhaltig zur Verfügung zu stellen. Das deutschlandweit größte Wind-Wasserstoff-System der Firma Wind-Projekt liefert wichtige Erkenntnisse für zukünftige CO2-freie Regenerative Regelkraftwerke. Weiterhin kann das Energiesystem durch die Wasserstoff-, Sauerstoff- und Wärmenutzung die Bereiche Verkehr, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie integrieren. RH2® steht für Regenerativen Wasserstoff (engl.: Renewable Hydrogen), also für aus Erneuerbaren Energien CO2-frei erzeugten Wasserstoff. Auch im Onshore-Windenergiebereich arbeiten die drei Windenergieanlagenhersteller eno energy, KENERSYS und Nordex aus Mecklenburg-Vorpommern an der stetigen Weiterentwicklung ihrer Produkte. Turbinen für Schwachwindstandorte, die Erhöhung der Megawatt-Leistung sowie die Verbesserung der Aerodynamik der Rotorblätter stellen dabei einen Teil der Innovationen dar.

Wissenschaft als Partner der Windenergieindustrie

Wissenschaftliche Partner der Windenergiebranche sind die Universitäten und Fachhochschulen des Landes MV. So unterstützt die Universität Rostock die Branche wissenschaftlich vor allem durch ihre Fakultäten für Maschinenbau und Schiffstechnik sowie Informatik und Elektrotechnik. Der 2014 gestartete Stiftungslehrstuhl für Windenergietechnik mit der zukünftigen Ausbildung von Windenergieingenieuren wird einen entscheidenden Mehrwert für das Wachstumscluster bieten und dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu decken. Weiterhin sind renommierte Forschungsinstitute wie das Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik, Schiffahrtsinstitut Warnemünde e.V. sowie das Institut für Angewandte Ökosystemforschung maßgeblich an Forschung und Entwicklung beteiligt.

Vernetzung mit der Maritimen Wirtschaft und Seehäfen als Basis

Zur weiteren Entwicklung der Offshore-Windenergieindustrie ist eine moderne Hafeninfrastruktur die Basis. Denn der Erfolg von Offshore-Windparkprojekten hängt nicht unwesentlich davon ab, einen möglichst großen Anteil der Komponenten bereits an Land vorzufertigen. Nur mit einer gut ausgestatteten Hafenbasis ist es möglich, die Bauzeiten auf dem Meer zu verkürzen, die begrenzten Wetterfenster effizient zu nutzen und somit die Baukosten effektiv zu senken. Und nach erfolgter Installation des Windparks ist eine geeignete Landbasis als Ausgangspunkt für Betrieb und Wartung erforderlich, von der aus der Windpark gesteuert und die Wartungstrupps per Schiff oder Helikopter zum Offshore-Windpark gelangen können. Die Seehäfen des Landes – Rostock, Sassnitz, Wismar, Stralsund und Lubmin – bieten den Vorteil Kaikante und sind dabei, sich als Standorte für die Branche zu etablieren. Diese bieten als Installationshafen, Produktionshafen oder Schutzhafen die benötigten Offshore-Kapazitäten. Als Basishafen für den Bau des Projektes EnBW Baltic 2 und zukünftig Wikinger von Iberdrola dient die „Windpower Offshore Base Mukran“. Auf dem neu erschlossenen Areal werden die einzelnen Windenergieanlagen vormontiert und auf Installationsschiffe verladen. Der Hafen Rostock ist mit einer Fläche von mehr als 750 ha der größte Seehafen in Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen wie Liebherr, Nordex und EEW finden ideale Bedingungen für die Fertigung und Logistik von Großkomponenten für den Windenergiebereich.

Für die weitere Entwicklung ist es wichtig, Investoren und zukünftige Betreiber von Offshore-Windparks noch stärker mit der Maritimen Wirtschaft zu vernetzen. Werften, Zulieferer und Reeder sind dabei ideale Partner. Die benötigten Errichter- und Versorgungsschiffe, Kabelverleger und Umspannplattformen sind eine Chance für die Werften, ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren und sich so im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Mit Bau der ersten Offshore-Konverterplattformen für Siemens Energy haben die Nordic Yards Werften in Rostock und Wismar erste Aufträge im Bereich Offshore-Windenergie umgesetzt. Mit dem Bau eines Offshore-Service-Schiffes wird bei Nordic Yards ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Einstieg in dieses neue Marktsegment gesetzt. Der Netzbetreiber 50Hertz hat im Rostocker Fracht- und Fischereihafen sein Offshore-Lager errichtet, um von hier aus Ersatzteile und Geräte schnell auf Kabellege-Schiffe verladen zu können.

Die Erfolgsgeschichte der Windenergiebranche in Mecklenburg-Vorpommern wird weitergehen. Seien Sie dabei und werden Sie Partner eines starken Netzwerkes.