Logo
Publikation

Die Konferenz Norddeutschland (KND) am 20.08. in Rostock

19. August 2026

Am 20. August findet in Rostock unter Vorsitz der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig die jährliche Konferenz Norddeutschland (KND) statt.

Das WindEnergy Network (WEN) fordert, in diesem Rahmen auch die geplanten Änderungen der Bundesregierung bei Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) und Netzanschlusspaket zu thematisieren. Die Wirtschaft der Erneuerbaren Energien ist für die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von herausragender Bedeutung. Sie tragen damit wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei. Da jeder zweite Job der 436.000 Beschäftigten in der Branche unmittelbar an die Höhe der Investitionen gekoppelt ist, bergen die aktuellen Novellen das Potenzial, den Windenergieausbau bundesweit auszubremsen – mit allen dann folgenden negativen Begleiterscheinungen für Investitionen und Beschäftigung sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland. 

„Wir fordern die teilnehmenden Regierungschefs auf, gemeinsam auf die Bundesregierung einzuwirken und die geplanten Regelungen so nachzubessern, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht ausgebremst wird. Die Rekordinvestitionen von 37,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr müssen ihre Fortsetzung finden. Besonders auch in Mecklenburg-Vorpommern stellt die Windenergie mit über 8.000 Arbeitsplätzen einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar“, so Robert Vogt, Vorstand des WindEnergy Network.

Aus Sicht des WEN sind insbesondere drei Punkte entscheidend:

  • Verzicht auf eine Pachtdeckelung: Die im EEG-Gesetzentwurf vorgesehene Regelung zur Begrenzung von Flächenpachten ist nicht praxistauglich, reizt Umgehungstatbestände sogar an, schafft erhebliche zusätzliche Bürokratie, bedroht die Bankenfinanzierung und gefährdet die Bereitschaft zur Flächenbereitstellung massiv. Mit der Regelung soll zudem ein Problem regulatorisch gelöst werden, das sich marktwirtschaftlich bereits gelöst hat. So sind die Pachtpreise mit dem hohen Wettbewerb in den Ausschreibungen und den sinkenden Zuschlägen von 7,33 ct/kWh seit August 2024 auf zuletzt 5,06 ct/kWh signifikant gesunken. Dieser Trend wird sich aufgrund weiterhin steigender Genehmigungszahlen und entsprechend niedrigen Zuschlagswerte fortsetzen. 
  • Nachbesserung des Redispatch-Vorbehalts: Der vorgesehene Redispatch-Vorbehalt kann zu einem erheblichen Hemmnis für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien werden. Um zu verhindern, dass der Ausbau in ganzen Regionen faktisch ausgebremst wird, sollte die Schwelle zur Ausweisung kapazitätslimitierter Gebiete auf mindestens 10 Prozent angehoben werden. Eine niedrigere Schwelle würde erhebliche Investitionsunsicherheit schaffen und könnte die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Energiesystems in betroffenen Regionen grundsätzlich infrage stellen.
  • Klare Übergangsregelungen bei der Einführung der Wirkleistungsbegrenzung für Wind an Land und Freiflächen-PV: Windenergieprojekte an Land, für die bereits vollständige Genehmigungsunterlagen eingereicht wurden und eine Vollständigkeitserklärung vorliegt, sollten dem Vertrauensschutz unterfallen. Gleiches sollte für Freiflächen-PV-Projekte gelten, für die bereits ein Aufstellungsbeschluss vorliegt. Zudem bedarf es einer Übergangsfrist: Die Neuregelungen sollten nicht für Projekte gelten, die bis zum 1.1.2029 einen vollständigen Genehmigungsantrag eingereicht haben. 
  • Verteilnetze als Voraussetzung für den weiteren Ausbau: Das WEN möchte die norddeutschen Länder dazu ermutigen, sich bis spätestens Ende des Jahres für ein Verteilnetzpaket auszusprechen, wie es der Koalitionsausschuss im Juli beschlossen hat. Die Modernisierung und Digitalisierung der Verteilnetze muss Hand in Hand mit einem beschleunigten Verteilnetzausbau gehen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden.

Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern

Windenergienutzung und maritime Industrie sind kennzeichnend für Mecklenburg-Vorpommern.  
Die Windenergienutzung ist ein wichtiger wirtschaftlicher und beschäftigungspolitischer Wachstumskern. Aktuell produzieren 1.851 Onshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 4.125 MW in dem nordöstlichen Bundesland grünen, nachhaltigen elektrischen Strom. In der deutschen Ostsee liefern die fünf Windparks EnBW Baltic 1 und 2, Wikinger, Arkona, Arcadis Ost 1 und Baltic Eagle – mit insgesamt 309 Anlagen – und einer Gesamtleistung von 1.831 MW - Strom für über 1.000.000 Haushalte. Ein weiterer Offshore-Windpark wie Windanker ist in der konkreten Umsetzung. Die Fertigung von Komponenten und der Service für die mehr als 2.100 Windenergieanlagen sorgen lokal für viele Dauerarbeitsplätze im Land. Gleichwohl sind weitere Investitionen notwendig, wenn das nordöstliche Bundesland einen Anteil von 6,5 Prozent an der nationalen Stromerzeugung bereitstellen will.

 

News & Pressemeldungen

Das könnte Sie auch interessieren: