


Das Windenergieland Mecklenburg-Vorpommern
Die Windenergie ist weltweit auf Wachstumskurs und wird in Zukunft den wohl größten Anteil zur Erzeugung erneuerbarer Energien beitragen. Renommierte Institute aus Wissenschaft und Wirtschaft bestätigen diesen Trend in ihren Studien. So wird z.B. die globale Kapazität von Offshore-Windparks in den kommenden Jahren jährlich um 32 Prozent anwachsen. Es ist prognostiziert, dass bis 2014 Investitionen von über 60 Mrd. US-Dollar zu erwarten sind.
Auch in Deutschland werden durch die Windenergie und modernste Technologien neue Maßstäbe gesetzt. In den kommenden Jahren wird ein durchschnittliches Bestandswachstum von 7,7 Prozent p.a. erwartet. Daraus ergibt sich, dass bis 2030 ca. 30 Prozent des nationalen Strombedarfs durch die Windenergie abgedeckt werden könnten. Dazu beitragen wird das geplante 30 Mrd. Euro teure Großprojekt „North Sea Grid“. Dieses gigantische Untersee-Netz wird die Offshore-Windparks der Nordseeanrainerstaaten miteinander verbinden und so eine effiziente Energieversorgung der Länder gewährleisten. Auch in der Ostsee ist mit dem Bau der ersten deutschen Offshore-Windparks – insbesondere mit der Umsetzung der Projekte im Seegebiet Kriegers Flak – der Aufbau eines neuen Stromnetzes zwischen Deutschland und Skandinavien geplant. Die Anbindung der Projekte in Deutschland und perspektivisch zunächst nach Dänemark ist mit Investitionen von bis zu 800 Mio. Euro verbunden. Daran wird auch die Branche in Mecklenburg-Vorpommern partizipieren. Gleichzeitig wird dieses neue internationale Stromnetz in Bereich der Erneuerbaren Energien neue Erkenntnisse im Zusammenspiel von Technik und Märkten bringen.
Die Windenergieindustrie in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Dynamik entwickelt. Von der Projektentwicklung und Konzeption über die Produktion und Zulieferung bis hin zu Service und Wartung finden sich national und international tätige Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette vor Ort, d.h. ob Fundament, Turm, Turbine, Gondel oder Rotorblatt – alle Produkte werden hier hergestellt: „Made in MV“.
Mit rund 1.549 Megawatt installierter Onshore-Windenergieleistung bei über 1.356 aufgestellten Windenergieanlagen (Stand 31.12.2010) ist MV eine der führenden Regionen im Bereich der Windenergie. Der dadurch gewonnene Strom trägt bereits zu 45 Prozent des Nettostromverbrauchs in MV bei. Der gesamte Anteil der Ökostromproduktion beträgt in MV inzwischen über 50 Prozent (Vgl. 33 Prozent in 2005). Die Inbetriebnahme der Offshore- Windparks vor der Küste, wie EnBW Baltic 1, wird diesen Anteil noch erhöhen. Das Energiekonzept der Landesregierung sieht bis 2020 eine Verfünffachung der Stromerzeugung aus Windenergie von 3,8 Mio. Megawattstunden (MWh) in 2009 auf dann 12 Mio. MWh vor. Um den Strom aus dem Norden zu den Großverbrauchern in die Ballungszentren zu transportieren ist Leitungsausbau notwendig, der weitere Investitionen im Land generiert.
Durch den stetig steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix und den Strukturwandel in Richtung einer dezentralen Energieversorgung ist es weiterhin notwendig, das Energiesystem an die dadurch entstehenden neuen Anforderungen anzupassen. So müssen beispielsweise parallel zum Netzausbau Anlagen zur Energiespeicherung entwickelt, errichtet und in entsprechende Vergütungskonzepte integriert werden. Das Demonstrations- und Innovationsvorhaben RH²-Werder/Kessin/Altentreptow (RH²-WKA) in MV mit einer geplanten Investition von über 200 Mio. Euro und 28 Windenergieanlagen der Multimegawattklasse über 5 MW setzt genau hier an. Durch die Integration eines CO²-freien Energiespeichers in einen Windpark wird es möglich, zeitunabhängig und bedarfsgerecht Windstrom nachhaltig zur Verfügung zu stellen.Zusätzlich kann damit ein aktiver Beitrag zur Netzstabilität und zur Netzintegration von Erneuerbaren Energien geleistet werden.
Das geplante, deutschlandweit größte Wind-Wasserstoff-System der Firma Wind-Projekt soll wichtige Erkenntnisse für zukünftige CO²-freie Regenerative Regelkraftwerke liefern. Weiterhin ist geplant, das Energiesystem durch die Wasserstoff-, Sauerstoff und Wärmenutzung in die Bereiche Verkehr, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie zu integrieren. RH²® steht für Regenerativen Wasserstoff (engl.: Renewable Hydrogen), also für aus Erneuerbaren Energien CO²-frei erzeugten Wasserstoff.
Mit der Erschließung der Offshore-Windenergie erfährt die Branche große Wachstumsimpulse. Wichtige Erfahrungen für den „Sprung auf´s Meer“ konnten die Unternehmen bereits seit 2006 durch die Installation der ersten Offshore-Windenergieanlage „Breitling“ im Seehafen Rostock und 2007 durch die installierte Forschungs- und Messplattform FINO 2 in der westlichen Ostsee am Standort Kriegers Flak sammeln.
Vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns nehmen die ersten Offshore-Windparks jetzt konkret Gestalt an. Der erste kommerziell betriebene Offshore-Windpark Deutschlands in der Ostsee „EnBW Baltic 1“ wurde 2010 errichtet. Über 200 Mio. Euro wurden investiert. Mehr als 20 Unternehmen aus dem Land MV waren mit einem Auftragsvolumen von ca. 48 Mio. eingebunden.
Und das wirtschaftliche Potenzial ist bei den folgenden Projekten beträchtlich: Pro Offshore-Windpark werden bis zu 1 Milliarde Euro investiert.
Die Seehäfen des Landes, wie z.B. Rostock und Sassnitz, sind dabei, sich als Produktions-, Logistik- und Servicehäfen für die Branche zu etablieren. Neue Investitionen wurden auf den Weg gebracht. So entstand in Sassnitz-Mukran auf Rügen auf 60.000m² Fläche die so genannte „Windpower Offshore Base Mukran“, ein moderner Heimathafen für das Projekt EnBW Baltic 2. Auf dem Areal werden ab 2012 die einzelnen Windenergieanlagen vormontiert und auf Installationsschiffe verladen. EnBW Baltic 2 wird aus 80 Windenergieanlagen mit jeweils 3,6 Megawatt und einer Gesamtleistung von rund 300 Megawatt bestehen und voraussichtlich 2013 ans Netz gehen. Wissenschaftliche Partner der Windenergiebranche sind die Universitäten und Fachhochschulen des Landes MV. So unterstützt die Universität Rostock die Branche wissenschaftlich vor allem durch ihre Fakultäten für Maschinenbau und Schiffstechnik sowie Informatik und Elektrotechnik. Der geplante Start des Stiftungslehrstuhls für Windenergietechnik zum Wintersemester 2011 mit angeschlossenen Masterstudiengängen wird mit der Ausbildung von Windenergieingenieuren einen entscheidenden Mehrwert für das Wachstumscluster bieten und dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu decken. Weiterhin sind renommierte Forschungsinstitute wie das das Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik, Schiffahrtsinstitut Warnemünde e.V., sowie das Institut für Angewandte Ökosystemforschung maßgeblich an Forschung und Entwicklung beteiligt.
Die Erfolgsgeschichte der Windenergiebranche in Mecklenburg-Vorpommern wird weitergehen. Seien Sie dabei und DREHEN SIE AUF!






